Die Neuen von Miami Beach / Florida

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Miami Beach hat sich in den vergangenen Jahren zur absoluten Spielwiese für extravagante Hoteliers und Immobilienhaie entwickelt. Und fast alle Investoren setzen auf den Trend, den früheren Spirit des Küstenstreifens wieder zu beleben. Das wirkt an manchen Stellen etwas sehr gewollt – bei vielen ist es aber auch ziemlich gut gelungen.  

Miami Beach war schon immer ein Ort für Kreative, Lebenskünstler und Spekulanten, doch nie zuvor kamen so viele wichtige Hoteliers, um sich in einer einzigen Straße – der Collins Avenue – mit neuen Marken und Designerpools zu überbieten. Kaum ein Monat vergeht, in dem nicht ein neues Haus mit einem neuen Namen eröffnet. Ein Blick hinter die Kulissen aber zeigt: Selbst hinter angeblichen Boutique Hotels stecken große Ketten und bei genauem Betrachten wohnen die Gäste nach wie vor in weißen Betonhütten, bezahlen nun aber das Doppelte als noch vor zehn Jahren.

Während die Bauten im Süden des Küstenstreifens fast fertig sind, entstehen in der Mitte und im Norden noch gigantischere Projekte: Der Argentinier Alan Faena errichtet mit dem Geld schwerreicher Investoren für eine Milliarde US-Dollar sogar ein eigenes Viertel mit mehreren Hotels, Apartmenthäusern und Kunst- und Kulturzentrum.

Auch die Luxuskette Four Seasons hat noch weiter im Norden – auf Höhe der 90. Straße – einen riesigen Komplex als Hotel- und Apartmenthaus eröffnet. The Four Seasons Surf Club ist eine Mischung aus cool und schick und soll den oberen Teil („Surfside“) neu beleben.

Das Phänomen Miami Beach ist leicht zu erklären: Es hat einen Bekanntheitsgrad wie die Queen und man fliegt von überall komfortabel direkt ins Geschehen. Wer ein wenig Szene, Party und Strand sucht, der wird diesen Landstreifen in Zukunft noch viel mehr lieben. Auch oder vor allem in diesen neuen Hotels:


1. The Miami Beach EDITION

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Das neue EDITION Hotel hat einen sehr großen PR-Vorteil: es wurde von Ian Schrager entworfen und der ist in der kreativen Hotelbranche so eine Art Halbgott, denn er hat vor 30 Jahren mit dem Morgans in New York und dem Delano in Miami Beach die neue Ära der Designerhotels eingeführt. Ausserdem war Schrager früher Türsteher und Mitbesitzer des legendären New Yorker Clubs Studio 54. Die Hotelkette Marriott holte sich Schrager vor ein paar Jahren ins Boot und ließ ihn die neue Marke EDITION Hotels entwerfen. Das erste Haus eröffnete in London, Miami Beach war das zweite, vor kurzem eröffneten auch EDITION Hotels in New York und Istanbul. Alle sind tatsächlich spektakulär und sehr hübsch eingerichtet. Natürlich gibt es in den EDITION Hotels auch viele Dinge, die man in einem normalen Marriott Hotel nun nicht erwarten würde: im Keller des neuen Palastes zum Beispiel ist ein Nightclub und eine Bowlingbahn – natürlich nur für die Coolen.

EDITION Miami Beach
2901 Collins Avenue
Miami Beach / Florida
www.editionhotels.com

DZ ab ca. 270 Euro


2. 1hotel South Beach

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Das schönste neue Haus ist das 1hotel Miami Beach. Im gleichen Gebäude war früher das Gansevoort-Hotel untergebracht, aber durch die 250 Millionen Dollar teure Renovierung erkennt man nicht mehr viel vom früheren, leicht abgerockten Partyhotel. Jetzt sieht alles nach ökologisch-sauber-chick-designt aus. Ruhige Farben und Formen, ein sensationeller Innenhof mit Pool und Lounge und direkte Anbindung ans Wasser. Die Lage ist ebenfalls spitze, denn zur Einkaufsmeile Lincoln Avenue kann man zu Fuß spazieren und die meisten Bars und Clubs sind um die Ecke des Hotels (das Mansion ist direkt gegenüber und die Wet Bar vom W Hotel nur einen Block weiter südlich). Hinter der neuen Marke 1hotels steht ein echtes Schwergewicht der Hotellerie: Barry Sternlicht war von 1995 bis 2005 CEO von Starwood Hotels (Sheraton, Westin, etc.) und gilt als Erfinder der W Hotels (gehören ebenfalls zu Starwood). Soeben hat auch das 1hotel in New York eröffnet, zwölf weitere Standorte sollen demnächst folgen.

1hotel South Beach
2341 Collins Ave
Miami Beach, Florida
www.1hotels.com

DZ ab ca. 300 Euro


3. Metropolitan by COMO

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Das Metropolitan by Como liegt auf Höhe 24. Straße in der Collins Avenue, also etwa in der Mitte von Miami Beach, aber schon im „neuen“ Teil der Urlaubsinsel. Es hat 74 Zimmer, zwei Restaurants, einen tatsächlich schicken Pool, ein Spa im Obergeschoss und die größte Auswahl an verschiedenen Gin-Sorten. Weil das Metropolitan zur asiatischen Gruppe der COMO-Hotels gehört, ist es alles sehr schlicht und aufgeräumt, im Vergleich zu deren anderen Hotels aber (noch) nicht wirklich spektakulär.

DZ ab ca. 290 Euro

Metropolitan by COMO
635 Collins Avenue
Miami / Florida
www.comohotes.com

DZ ab ca. 250 Euro


4. Casa Claridge’s

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Das Casa Claridge’s gehört zum Imperium des Hoteliers Alan Faena (Faena District). Der Bub hat auf jeden Fall viel Gespür für historische Bauten. Denn das Casa Claridge’s ist ein typisch südamerikanisches Schmuckkästchen und ein schöner Kontrast zu den ganzen Betonkästen an der Collins Avenue. Innen: gefliester Boden wie in einer spanischen Hacienda, dazu viele Kunstinstallationen und sehr gemütliche Zimmer – alle individuell eingerichtet. Allerdings liegt das Casa Claridge’s nicht vorne an der Beachfront, sondern in der zweiten Reihe, man muss also über die Straße zum Strand.

Casa Claridge’s
3500 Collins Avenue
Miami Beach / Florida
www.casaclaridges.com

DZ ab ca. 180 Euro.


5. Freehand Miami

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Zunächst einmal: Das Freehand ist ein Hostel, kein Hotel. Die meisten Zimmer haben Stockbetten, 4-6 Stück und auch die Bäder und der Zimmerservice entsprechen nicht ganz dem Standard der anderen vorgestellten Hotels. Doch für die Jüngeren ist das Freehand ein Traum. Schicker Pool, witzige Einrichtung und alles eben etwas lockerer. Dahinter steckt aber nicht – wie auf der Website angepriesen – ein Team von coolen Travellern, sondern die Sydell Group, die mehrere solcher Läden betreibt (zum Beispiel das NoMad Hotel in NYC oder die Saguaro Hotels in Scottsdale und Palm Springs). Deren Boss Andrew Zobler arbeitete früher mit Barry Sternlicht (siehe 1hotels) für die Marke W Hotels. Größter Vorteil: günstige Preise, junges Publikum, abends gute Parties direkt im Hotel. Größter Nachteil: durch die Parties am Pool kann es auch mal laut bleiben, bis nachts um 1.30 Uhr.

Freehand Miami
2727 Indian Creek Drive
Miami BeachFlorida
Tel: 001 305 531 2727
www.thefreehand.com/miami

DZ ab ca. 130 Euro.

PS: Freehand Hostels gibt es auch schon in Los Angeles und Chicago.