Wo sind wir?
In Roubia, einem Dorf mit gut 500 Einwohnern am Canal du Midi, zwischen Narbonne und Carcassonne. Nur, um eine ungefähre Vorstellung zu bekommen: Von Paris dauert es mit dem Auto über acht Stunden, um hierher zu gelangen. Wir sind also schon sehr südlich in der Grande Nation.
Umso erstaunlicher, dass es hier nun ein echtes Schmuckstück gibt: Die Villa Roubia, ein zum Hotel & Spa umgebautes, ehemaliges Familienhaus mit acht Zimmern.
Bei unserem Besuch war kaum jemand da, wir hatten das Haus also fast für uns und viel Zeit, mit der Besitzerin Lucy zu reden. Sie ist eigentlich Engländerin, lebt aber seit über zwanzig Jahren in der Gegend. Lange hat sie Fünf-Sterne-Hotels in der Region geleitet, dann wollte sie etwas Eigenes. Nach intensiver Suche landete sie schließlich beim Haus ihrer eigenen Familie und baute dies zum Gästehaus um.
Die Zimmer
Den größten Teil der Renovierung haben Lucy und ihre Familie selbst in die Hand genommen. Die acht großzügigen Zimmer verteilen sich auf zwei Etagen, und jedes ist ein bisschen anders. Im ersten Stock ist mehr vom alten Haus zu spüren: originale Kamine, gemusterte Zementfliesen, hohe Räume. Darüber ist es schlichter und moderner, mit offenen Holzbalken unterm Dach. Ein Zimmer hat eine freistehende Badewanne, andere eine große Doppeldusche, und eines ist barrierefrei.
Im Erdgeschoss gibt es ein gemeinsames Wohnzimmer mit Kamin. An der Einrichtung feilt Lucy noch, ein bisschen mehr Wärme und Persönlichkeit würde dem Raum guttun. Trotzdem konnten wir uns gut vorstellen, auch im Winter wiederzukommen, mit einem Buch im Sessel, bevor es nachmittags ins Spa geht.
Draußen liegt der 20-Meter-Pool in einem weitläufigen Garten, mit bequemen Liegen und viel Platz, um einfach einen Tag lang nichts zu tun.
Kulinarik
Abends ist man in Roubia früh müde, umso mehr freut man sich aufs Frühstück. Es gibt griechischen Joghurt, Müsli, selbstgemachtes Granola, frisches Obst, Honig aus der Gegend und selbstgebackenen Kuchen, dazu Eier nach Wunsch. Gefrühstückt wird im Garten, an kühleren Tagen im Wohnzimmer.
Auf dem Grundstück entsteht gerade ein kleiner Bio-Gemüsegarten, dessen Ernte direkt in die Küche geht. Mittags hat uns das Team spontan etwas zubereitet: Ein großer Salat mit köstlichem Käse aus der Region, dazu ein wenig frisches Gemüse aus dem Garten. Abendessen gibt es auf Anfrage, dazu diese unglaublich gut schmeckenden Weine aus der Umgebung (so ähnlich geht es einem hier auch mit Erdbeeren, Tomaten und Salaten, bei denen man sich das Dressing komplett ersparen kann).
Wer Abwechslung will, geht ins Dorf: Die Dorfkneipe, ganz ohne Anspruch, serviert vor allem Pizza und Burger. Unser Abend dort war ein lustiger Kontrast zur Villa und ein kleiner Einblick ins Dorfleben.
Der Spa
Das Besondere an der Villa Roubia ist das Spa, behutsam eingebaut in die alten Weintanks und Keller des Anwesens. Aus den alten Gewölben sind kleine Wellnessräume geworden, das rohe Material schafft eine warme, sehr private Atmosphäre. Genau das macht den Reiz aus. Wir hatten eine Massage, danach Sauna und Tauchbecken, und wollten anschließend nirgendwo mehr hin.
Die Experience
Das Haus ist noch ein wenig dabei, sich zu finden. Was uns am meisten in Erinnerung geblieben ist, ist diese besondere Fürsorge dahinter. Lucy ist eine Gastgeberin, die selbst mit anpackt, und ihre Begeisterung für das Haus und Hospitality im allgemeinen steckt an. Der Service ist sehr persönlich: Per WhatsApp lässt sich alles organisieren, vom Ausflug über ein Abendessen bis zur Massage. Die Stimmung ist locker und herzlich. Es fühlt sich an, als wohne man im Landhaus von Freunden, nur mit dem Komfort eines guten Hotels.

Umgebung
Es gibt genug Gründe, die Villa auch mal zu verlassen, und sei es nur für einen Spaziergang unter den Platanen am Canal du Midi. Das hier ist Wein- und Olivenland, mit kleinen Erzeugern, die man besuchen kann, und Dörfern wie Ventenac-en-Minervois, durch die man ohne Plan schlendert. In Roubia selbst kann man in der Moulin de la Restanque Olivenöle probieren.
Für einen Tagesausflug lohnt Narbonne: erst in die Markthalle, dann durch die Altstadt. Etwas weiter weg liegen Carcassonne und die wunderschöne Abtei von Fontfroide.
Anreise
Von Narbonne sind es etwa 30 Minuten mit dem Auto. Wer fliegt, landet am besten in Montpellier. Wir kamen aus Marseille, wo wir in der Villa Medjé gewohnt hatten, und sind mit dem Zug nach Narbonne gefahren, das dauert zweieinhalb bis drei Stunden. Für Ausflüge in die Gegend ist ein Auto praktisch, Transfers organisiert aber auch das Hotel.
Ideal für
Für Paare, Alleinreisende und alle, die Ruhe auf dem Land suchen. Besonders schön ist, wenn man sich für Natur, Radfahren und Wein interessiert und die Gegend in ihrem eigenen Tempo erkundet.
Preise
Doppelzimmer ab 210 Euro.
Buchung & Kontakt
Villa Roubia Hôtel & Spa
2 Rue Fontaine d’Agnès
11200 Roubia, Occitanie
Frankreich
