Auf dem Land

Couvent de la Salette Millau / Frankreich

Wo sind wir?

In Millau, Region Okzitanien, Département Gard. Die Stadt Montpellier liegt 1.20 Stunden südlich von hier. Die Franzosen kennen Millau, weil es schon immer ein beliebtes Ausflugsziel war. Hier kommen Leute, die Kayak fahren, von 1.600 Meter hohen Bergen mit dem Paraglider fliegen und prominente Schluchten und Grotten besuchen. Andere kennen es aus den Tagesthemen, weil im Jahr 2004 eine Brücke gebaut wurde, die sehr spektakulär ist. Sie ist sogar die längste Schrägseilbrücke der Welt. Der höchste Pfeiler (P2) misst 343 Meter – das Millau-Viadukt ist also höher als der Eiffelturm. 

Das Couvent

Wir sind aber nicht wegen der Brücke hier. Sondern besuchen Stéphanie in ihrem unglaublichen Couvent de la Salette! Etwas abgelegen vom Zentrum, am Fluss, finden wir den Eingang. Ein gusseisernes Tor öffnet sich und man betritt eine Oase, die man sofort ins Herz schließt. Das Besondere gleich vorweg: Die Gastgeberin ist hier aufgewachsen – die ehemalige Abtei ist das Zuhause ihrer Kindheit. Natürlich ist es jetzt umgebaut, aber man merkt schnell: In diesem Anwesen wohnt eine ganz besondere Energie, die man nicht erklären kann. Man spaziert durch eine Eingangshalle mit Kunstwerken hinaus in den Garten. Ein paar junge Gäste lesen ein Buch am Pool, lassen die Sonnenstrahlen auf ihre Körper strahlen. Wer hier eincheckt, gehört sofort zur Familie und ist Willkommen. Wunderschön.

Das Haus selbst wurde Ende des 19. Jahrhunderts (etwa 1896) errichtet, um Missionsschwestern der Kongregation Notre-Dame d’Afrique während ihres Postulats aufzunehmen. Stéphanie lebte lange in Paris, arbeitete bei einem renommierten französischen Fachmagazin für den Kunst- und Auktionsmarkt und bewegte sich in der Welt großer Kunstsammler. Diese Vergangenheit erklärt, warum das Haus heute voller Kunstwerke ist, die auf eine schwer greifbare, aber sehr stimmige Weise perfekt zum Charakter des Hauses passen.

Zimmer und Suiten

Die vier Zimmer und zwei Suiten sind nach einer Mineraliensammlung benannt, die Stéphanies Vater Bruno zusammengetragen hat.  Jedes Zimmer trägt Name, Farbe und Energie eines Steins. So heißen sie Tourmaline, Opale, Célestine, Améthyste. Die vier Zimmer im 1. Stock sind alle sehr geräumig mit ca. 40 m² im Durchschnitt und haben einen Blick auf die umliegenden Berge. Vor allem abends sickert die Sonne noch durch das Fenster aufs Bett. Herrlich.

Die beiden Suiten im 2. Stock sind so konzipiert, dass sie von einer Familie oder Freunden gemietet werden können – man kann sie miteinander verbinden. Die Bäder hier sind riesig und eigene Wohnträume. Mit frei stehender Badewanne und Loungebereich. Schon sehr exklusiv.

Auch so kleine Details wie die Klimaanlagen muss man positiv bewerten – sie wurden in die Zimmer integriert, sind leise und unauffällig.

Frühstück & Honesty Bar

Das Frühstück wird morgens serviert, man wählt am Abend zuvor zwischen süß oder herzhaft, ganz nach Geschmack, mit Produkten lokaler Erzeuger – je nach Wetter im Frühstückszimmer, im Esszimmer oder draußen. Die Sonne wandert dann langsam um das Haus herum und verwandelt den Garten in einen herrlichen Park. Stéphanie und ihre Assistentin sind auch am Nachmittag meist im Haus und helfen gerne mit Drinks, Kaffee und Snacks. Ab 20.30 Uhr kann man sich dann in der Honesty Bar bedienen und den Drink im Garten genießen.

Wellness

Im Untergeschoss des Couvent hat Stéphanie einen sehr ordentlichen Wellness-Bereich hinein gezimmert. Es gibt ein Indoor-Gegenstromschwimmbecken, ein Whirlpool, eine Sauna und ein Hammam sowie einen Ruhebereich mit Flotation-Liege für die Tiefen-Entspannung. Massagen können auf Anfrage gebucht werden. Die Nutzung kostet allerdings extra und ist dann exklusiv.

Pretty Hotels: Couvent de la Salette (Bild 13)
Der Fluss von Millau und die angrenzenden Berge.

Umgebung

Millau ist wie gesagt eines der bekanntesten Outdoor-Sport-Ziele Frankreichs. Die Lage an der Mündung der Dourbie in den Tarn, umgeben von den Causses und Schluchten, macht die Stadt zu einem Hotspot für Gleitschirmfliegen. Millau gilt als eine der besten Paragliding-Destinationen Europas; die Thermik über den Causses ist ideal, ständig sieht man Schirme über der Stadt. Dazu wird angeboten: Canyoning in den umliegenden Schluchten. Kayak/Kanu auf Tarn und Dourbie. Manche setzen sich auch einfach nur an den Fluss und gehen baden. Oder man geht Klettern und Bergsteigen in den Kalkfelsen der Gorges.

Der höchste Berg der Region ist der Mont Aigoual mit 1.567 Metern. Bei klarer Sicht reicht der Blick vom Gipfel bis zum Mittelmeer, zu den Pyrenäen und bis zum Mont Blanc.

Roquefort

Nur 20 Autominuten südlich von Millau liegt Roquefort-sur-Soulzon. Das ist der einzige Ort der Welt, an dem echter Roquefort-Käse reifen darf. Der Ort liegt an einem Hang, dessen Kalksteinmassiv vor rund einer Million Jahre durch einen Bergrutsch in sich zusammenbrach.  Dabei entstanden natürliche Höhlensysteme, die sogenannten „Fleurines“, durch die ständig kühle, feuchte Luft zirkuliert. Genau dieses Mikroklima (konstant um 10 °C) macht die einzigartige Reifung des berühmten Blauschimmelkäses möglich.

Man kann eine Tour durch die Caves buchen (geht auch vor Ort) und man endet natürlich damit, anschließend eine Käseverkostung zu machen. Man sollte nur nicht in Sandalen kommen, weil es in den Höhlen feucht und etwas rutschig sein kann.

Musée Soulages

Etwa eine Autostunde von Millau entfernt liegt Rodez, Hauptstadt des Départements Aveyron. Dort befindet sich das Musée Soulages, das der Geburtsstadt des Malers Pierre Soulages (1919–2022) gewidmet ist. Das 2014 eröffnete Museum – ein preisgekrönter Bau aus Cortenstahl des katalanischen Architekturbüros RCR Arquitectes (Pritzker-Preis 2017) – zeigt mehr als 500 Werke, die Soulages und seine Frau Colette der Stadt geschenkt haben, sowie wechselnde Sonderausstellungen internationaler Künstler. Im Museum befindet sich übrigens auch das Café Bras der Sterneköche Michel und Sébastien Bras.

Beste Reisezeit

Da es im Sommer sehr heiß werden kann, empfehlen wir eher April–Juni und September, Oktober. Ideal für Wandern, Klettern und ein paar Ausflüge in die benachbarten Städte.

Kinder

Erst, wenn sie 14 Jahre alt sind.

Preise

Doppelzimmer ab 280 Euro inkl. Frühstück.

Buchung & Kontakt

Couvent de la Salette
387 avenue de l’Aigoual
12100 Millau
Frankreich

www.la-salette.fr 

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