Auf einen Kaffee mit...

Angela & Marcus Schelling

Angela & Marcus Schelling

Die insgesamt acht Ferienwohnungen der Alten Gendarmerie und des denkmalgeschützten Albererhofs sind seit dem Sommer 2022 in der Familie der Pretty Hôtels. Sie liegen nicht nur hervorragend zwischen dem Chiemsee und den Bayerischen Alpen, sondern haben auch diesen unvergleichlichen Charme zweier historischer Häuser.

Eigentlich ist es ein Ensemble aus drei Häusern, denn Angela und Marcus Schelling bewohnen gegenüber des Albererhofs ebenfalls ein wunderhübsches Haus, das ehemalige Hebammenhaus, mit vielen Antiquitäten bestückt und einer Art „Blaupause“-Landlust-Garten. Beide sind Mediziner, Angela war früher als HNO-Ärztin tätig, Marcus arbeitet als Gynäkologe und Pränatal-Experte in München. Er pendelt derzeit noch zwischen München und Übersee am Chiemsee.
Wir trafen uns mit den beiden auf der Terrasse ihres Hauses, auf der sie im Sommer einmal pro Woche zum gemeinsamen Aperitivo einladen – mit selbst hergestelltem Natursekt aus Quitten und Äpfeln, Kräutern und biologisch angebautem Gemüse aus dem Garten. Überhaupt ist hier vieles sehr organisch und biologisch wertvoll. Angela betreibt eine Bioland-Imkerei, die Bienenkästen stehen malerisch auf einer Streuobst-Wiese verteilt und Marcus ist in die Essigproduktion eingestiegen. Im Keller des Albererhofs lagern eigene Äpfel, gerade wurde eine neue Traubenmarmelade für die Gäste kreiert – alles von Hand gemacht.

Wie fängt eigentlich ein solches „Business“ an – das ja gar nicht wie ein Business aussieht, wenn man sich hier so umsieht?

Marcus: Eigentlich ganz natürlich und fast ein wenig ungeplant. Wir haben vor 20 Jahren das alte Hebammenhaus als Ferienhaus erworben – für das Wochenende, um aus der Stadt herauszukommen. 2011 erfuhren wir, dass das schräg gegenüberliegende Haus, die alte Polizeistation des Ortes, zu verkaufen sei. Wir fanden das Haus schon immer interessant. Damals noch im Glauben, man könne es für die Kinder und / oder Besuch nutzen. Doch bei der Kalkulation der Renovierung wurde uns schnell klar, dass dies sehr teuer wird und man es refinanzieren muss – entweder mit Wohnungen, die man fest vermietet oder eben mit Ferienwohnungen.

Angela: Mir gefiel die Idee mit den Ferienwohnungen viel besser, weil ich mich schon immer für die Einrichtung und das Gestalten von Räumen interessiert habe. Ich gehe unheimlich gerne auf Flohmärkte und Einrichtungs-Messen und hatte auch schon für dieses, unser eigenes Ferienhaus, einen großen Fundus an schönen Dingen angehäuft. Zudem hatte ich gerade einen kleinen Bruch in meinem Berufsleben hinter mir. Ich hatte meinen Online-Shop für Wohnaccessoires und Möbel verkauft und hätte wieder als Ärztin praktizieren können – oder aber eine neue Herausforderung annehmen: Die Renovierung und Vermietung von Ferienwohnungen.

Marcus: Angela ist wirklich auf jeden Flohmarkt gefahren – wenn man mit ihr da durchläuft, dann ist sie voll in ihrem Element, wird von vielen Händlern angesprochen, weil sie sie kennen:  `Ja, schauen Sie mal, ich hätte hier noch was und da…`. Da gibt es ihrerseits eine große Leidenschaft für besondere, schöne Dinge mit Geschichte und das sieht man den Wohnungen auch an. Wir haben selbst mal ein halbes Jahr in einer der Ferienwohnungen gewohnt, weil wir hier im Haus keine richtige Heizung hatten und ich nachts um drei immer Holz im Ofen nachlegen musste. Das wurde mir irgendwann zu blöd und deshalb sind wir dann für einen Winter rübergezogen.

Und dann ging es irgendwann los mit der Vermietung, irgendwie ganz unaufgeregt.

Oben der Albererhof, und der Blick von der Wohnung Jennerwein aus dem ehemaligen Polizeigebäude, der Alten Gendarmerie (3. Foto). Die Häuser liegen nebeneinander und beherbergen jeweils vier Ferienwohnungen.

Wo kommen die meisten Gäste her?

Marcus: Nordrhein-Westfalen und Berlin. Es gibt ein paar Schweizer, manchmal auch ein paar Holländer, aber sonst kommen sie schon in erster Linie aus Norddeutschland. Wir machen ja im Sommer immer unseren Aperitivo im Garten und die Gäste öffnen sich hier sehr, also erfährt man auch viel über sie. Da ergeben sich oft sehr schöne Gespräche.

Angela: Es gibt Gäste, die sind auf den ersten Blick vielleicht ein wenig verschlossen und wenn man sie dann kennenlernt, dann entstehen manchmal sogar Freundschaften. Wir sind wirklich gesegnet mit unseren Gästen. Sie schätzen das Besondere und sind auch selber besonders – im besten Sinne. Ich versuche immer, alle Gäste persönlich zu begrüßen. Ich möchte wissen, wer in unseren Häusern wohnt. Das ist mir ein großes Bedürfnis, abgesehen davon, dass wir sehr interessante Gäste haben – erst vergangene Woche hatten wir eine ganz spannende Künstlerin zu Gast. So etwas würde man gar nicht mitbekommen, wenn man sich nicht selbst kümmert.

Wie groß ist der Anteil an Stammgästen?

Angela: Mindestens 50 Prozent. Wir haben sogar Gäste, die schon zehn Mal hier waren. Das ist – rein wirtschaftlich betrachtet- natürlich ein Vorteil, denn die buchen dann direkt wieder für den gleichen Zeitraum und man spart sich das Marketing. Abgesehen davon, dass wir uns freuen, lieb gewonnene Gäste wiederzusehen.

Erst im Sommer 2021 kam dann ein weiteres Objekt hinzu. Der Albererhof – ein Haus aus dem Jahr 1767 …

Angela: Der denkmalgeschützte Hof gehört zu den schönsten Gebäuden hier in Übersee und war früher ein kleinbäuerliches Anwesen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wohnte hier Maria Kreuz, die als Dorfhebamme tätig war. Vor kurzem besuchte mich eine 100-jährige Dame aus Übersee, die in der Küche, in der damals das Geburtszimmer war, ihren Sohn zur Welt gebracht hat. Dieser Sohn begleitete sie bei ihrem Besuch. Was mich ganz besonders gerührt hat: sie schenkte mir die Geburtsquittung von 1945, die sie damals bekommen und all die Jahre sorgfältig aufbewahrt hatte. Sie hat jetzt einen Ehrenplatz im Albererhof.

Was war euch neu in der Ferienwohnungs-Vermietung?

Angela: Mir war wirklich neu, dass ich eine solch ausgeprägte Freude habe, Gastgeberin zu sein und es mich zutiefst glücklich macht, wenn wir zufriedene Gäste haben. Es ist eine ganz neue Art des Glücksgefühls.

Du kannst es also empfehlen, ein solches Business zu starten?

Angela: Auf jeden Fall.

Auch finanziell?

Marcus: Das ist nicht ganz so einfach. Wenn man es als Haupt-Einnahmequelle sieht, muss man wahrscheinlich eine andere Kostenrechnung machen. Die Immobilienpreise hier im Süden sind ja nicht die günstigsten und wenn man nicht schon Besitzer einer passenden Immobilie ist, muss man erst sehr viel Geld investieren.

Aber der Wert der Immobilie steigt auch…

Marcus: Das schon. Aber davon kann man sich in der „aktiven“ Zeit, also beim Vermieten der Urlaubswohnungen, nichts kaufen. Das Geld ist erst einmal weg bzw. steckt eben in der Finanzierung. Die Vermietung ist kein Selbstläufer und ohne mein Einkommen als Arzt  hätten wir das Unternehmen in dieser Form wahrscheinlich nicht starten können.

Die Gäste profitieren also davon, dass es von Dir „subventioniert“  wurde….

Marcus: Wenn Du so willst, vielleicht ja. (Lacht)

Wie wichtig ist es im Rückblick, dass man auch beim Umbau vor Ort ist?

Marcus: Sehr wichtig. Den Albererhof haben wir innerhalb von einem halben Jahr renoviert. Das ist im Nachhinein eigentlich kaum vorstellbar. Das lag aber daran, dass Angela jeden Tag vor Ort war und auch selbst mitgearbeitet hat. Wenn du nicht da bist, kommt der Elektriker und fährt wieder heim, weil ein Kabel noch nicht am richtigen Platz ist. Wenn du da bist, kann das Problem oft gemeinsam gelöst werden und es geht voran. Und man kennt sich irgendwann selbst aus – was immer ein Vorteil ist.

Angela: Für die Erhaltung der Alten Gendarmerie und unseres Hebammenhauses haben wir von der Gemeinde sogar eine Ehrenurkunde bekommen. Es liegt uns einfach am Herzen, historische Gebäude, die den Charakter und Charme eines Ortes ausmachen, zu erhalten. Da freut es uns natürlich, wenn das von der örtlichen Gemeinschaft auch geschätzt wird. Wir haben aus Abrisshäusern im Ort sogar Teile gerettet, und sie dann in unseren Häusern wieder verbaut. Ziemlich nachhaltig, wie ich finde.

Vielleicht ist es das, was den Charme eines solchen Hauses auch ausmacht?

Angela: Ja, ganz bestimmt. Deshalb sind wir auch sehr glücklich, in der Familie der Pretty Hôtels zu sein, in der es viele von diesen Gastgebern gibt, die auf solche Dinge Wert legen.

Wie sieht die Zukunft des Albererhofs und der Alten Gendarmerie aus? 

Marcus: Langfristig möchte ich ebenfalls nach Übersee ziehen. Und ich merke, welche Freude es mir bereitet, für Gäste zu kochen – vor allem mit  Produkten, die wir selbst herstellen. Ich habe auch schon angefangen, eigenen alkoholfreien Sekt zu produzieren. Wer weiß, vielleicht gibt es dann auch öfters ein gemeinsames Dinner mit unseren Gästen.

Sagt noch bitte drei Dinge, die einen Urlaub bei Euch am Chiemsee so unvergleichlich machen….

Angela: Also erstens ist da der See. Morgens erst einmal eine Runde schwimmen gehen, mit Blick auf die Berge, das gehört zum Schönsten, was es gibt. Dann ist man zum Beispiel mit dem Fahrrad sofort auf wunderschönen, Auto-freien Wegen in den Alpen unterwegs. Man könnte auch eine Kombination daraus machen und eine Bergtour anschließen – wir haben mit der Berghütte Stubn von Aschau aus sogar eine echte Gourmet-Hütte oben am Berg. Und drittens würde ich empfehlen, mit der Bahn einen Tages-Ausflug nach Salzburg zu machen. Salzburg ist von unserem Bahnhof in Übersee mit dem Zug nur 39 Minuten entfernt.

Kontakt

Alte Gendarmerie
Dr. Angela Schelling
Max-Brunner Weg 1
Übersee am Chiemsee

Tel:  +4917621154253

www.altegendarmerie-uebersee.de

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