Insel Filicudi, Sizilien

Die Insel Filicudi aus der Sicht von Cefalu.

Die Insel Filicudi liegt wie ein großer Wal im nördlichen Mittelmeer über Sizilien. Im Hafen stehen weiße Hütten, die Natur ist rauh und unberührt und die Bewohner nehmen das Leben leichter als in Palermo. Also fuhren wir hin und erlebten ein Paradies für Entdecker.

Es gibt Reiseziele, die einen mehr faszinieren als andere. Denn auch bei Orten ist es eine Frage des Gefühls. Und oft passiert es, wenn man es am wenigsten erwartet.

Filicudi war eine spätsommerliche Überraschung. Ein Urlaub, organisiert in letzter Minute, ohne Voranmeldung, ohne gründliche Recherche. Und doch waren wir schon wenige Stunden nach unserer Ankunft in perfekter Harmonie mit der Natur und den Bewohnern Filicudis. Gut, wir sind selbst aus Italien und sprechen ihre Sprache. Aber ich glaube, wenn man sich ihnen gegenüber positiv verhält, funktioniert es auch mit anderen Nationalitäten.

Wir verliebten uns direkt in die wenigen Straßen, die wir wie zwei Teenies mit zwei kleinen Mofas auf und abfuhren.

Um dorthin zu gelangen, hatten wir ein Tragflächenboot genommen, das uns vom Hafen von Palermo aus auf eine Reise durch das Blau nach Alicudi brachte, dessen wilde Landschaft wir durch die Fenster beobachten konnten. Nur der Blick auf Alicudi reichte, um uns selbst das Versprechen zu geben, dass wir eines Tages auch diese Insel entdecken wollen.

Filicudi empfing uns mit einer Handvoll schneeweißer Hütten im Hafen und einem langsamen Tempo, das sofort die Richtung für unsere mediterrane Tages-Routine vorgab. Obligatorische Haltestellen: die Granita „Da Nino sul mare“, eine der beliebtesten Strandbars der Insel. Und hundert Meter weiter entdeckten wir auf der rechten Seite den Verleih für Mopeds und Helme.

Filicudi Moments: Sonnenuntergangsparties, typische Sizilianische Gerichte, die Pistazien-Granita und der Blick aus dem Hotel La Sirena auf der Westseite der Insel.

Der Morgen begann früh, um von der Terrasse des Hauses, das wir gemietet hatten, das Wunder der Morgendämmerung auf dieser magischen Insel zu bewundern. Die Sonne, die aus dem Wasser aufstieg, um den Horizont in verschiedene Rosatöne zu färben. Dann gingen wir den grasbewachsenen Weg hinunter zur Straße und fuhren mit dem Moped zum Hafen. Zwischen den Plastiktischen und -stühlen im Nino’s verweilten wir und genossen eine Brioche mit Eis und eine Pistazien-Granita. Diese Bar ist auf Filicudi eine Art Versammlungsraum und Wahrzeichen. Für Besucher, Einheimische und Stammgäste gleichermaßen. Man kommt zum Frühstück und bleibt stundenlang. Es ist nicht ungewöhnlich, dass man ein paar Jungs mit ausgeklappten Laptops sieht, die hier einer kreativen Arbeit nachgehen. Das W-lan ist auf Filicudi überall sehr schlecht.

Da Nino hat eine gute Leitung. Das reicht.

Am späten Vormittag spazierten wir am Ufer entlang, bis wir die abgelegenen Felsen am Wasser erreichten. Oft kehrten wir für ein Spaghetto alle vongole oder ein Tartar ins Da Nino zurück und gingen dann weiter ins Le Punte. Wir ließen den Roller am Straßenrand stehen und folgten dem Weg, der von mediterraner Macchia, kleinen Weinbergen und Trockenmauern gesäumt war, vorbei an Sonnenliegen und Sonnenschirmen, um einen anderen Teil der Felsen zu besetzen.

Hier verbrachten wir die Nachmittage zwischen Lesen und Schwimmen, bis wir zum Aperitif auf die andere Seite der Insel gingen, nach Pecorini, in die Bar La Sirena, in der man auch angenehm übernachten kann. Manche Zimmer haben direkten Blick auf das Wasser, unten in der Bar gibt es Drinks.

Dann glitten wir über die Wellen von Pecorini, bewunderten die Boote auf der Reede und den purpurroten Himmel, während im Hintergrund Musik von einem iphone lief.

Unter der Pergola von La Sirena saßen wir nun öfters auch am Abend, um eines der typischen Gerichte der Insel zu essen, Spaghetti mit Venusmuscheln zum Beispiel oder Nudeln mit Mandelpesto, marinierte Sardellen und gemischte gebratene Meeresfrüchte.

Auf manche Strecken, die den Berg hinunterführen, schalteten wir lieber den Motor aus, wie uns die Einheimischen empfohlen hatten, weil Benzin manchmal knapp ist und man besser sparsam sein sollte.

Einer unserer Lieblingsplätze wurde die Panoramaterrasse des ruhigeren Hotels La Canna, das man ebenfalls empfehlen kann. Und für eine sehr authentische Holzofenpizza entdeckten wir das Restaurant Il Boschetto.

An den letzten Abenden trafen wir uns nach dem Essen einfach dort, wo uns die Einheimischen hin sandten und tanzten dann mit ihnen bis spät in die Nacht.

Manchmal ist der Local doch der beste Reiseführer.

Aber was auf Filicudi am meisten in Erinnerung bleibt, ist dieses unbeschwerte Leben und die Erkenntnis, dass man wirklich nicht viel braucht, um glücklich zu sein.

Nur einen italienischen Sommer auf einer einsamen Insel im südlichen Mittelmeer.

Filicudi Tipps

Die Anreise mit der Fähre vom Hafen von Palermo dauert ca. 2,5 Stunden und kostet etwa 50 Euro hin und zurück. Auf Filicudi kann man sich entweder ein Ferienhaus mieten oder man bleibt in einer kleinen Pension oder einem B&B. Die beiden schönsten sind das La Sirena auf der westlichen Seite und das Hotel la Canna etwas oberhalb des Hafens.

Essen

Drinks in der Bar Da Nino. Dinner im Le Punte. Pizza im Il Broschetto.

Mofas

Kann man am Hafen mieten, kosten etwa 50 Euro am Tag.

Budget

Ca. 1000 Euro pro Person für eine Woche.

Übernachten

Hotel La Sirena
Pecorini a Mare
Filicudi

www.lasirenafilicudi.com

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